Ringvorlesung Klimakrise & Nachhaltigkeit Vol. 11: Industrielle Transformation und Gesellschaft im Rheinischen Revier – Wie gelingt uns der Wandel zur klimaneutralen Region?

Das Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (transzent), der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und die Students for Future der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) laden gemeinsam mit dem Wuppertal Institut zum elften Mal zur Vorlesungsreihe „Klimakrise und Nachhaltigkeit“ ein. 

Wie kann der Kohleausstieg gelingen und wie können nachhaltige Energieinfrastrukturen entstehen? Welche Rolle spielen nicht-technische Innovationen in Unternehmen, wie Unternehmenskultur, Kooperation und Sektorkopplung, oder Gemeinwohlorientierung? Und wie schaffen wir Akzeptanz und Vertrauen für komplexe und notwendige Transformationsprozesse? All diese tiefgreifenden Herausforderungen stellen sich im Rheinischen Revier zeitgleich und prägen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Im Rahmen der Vorlesungsreihe stellen Wissenschaftler*innen und Praxispartner*innen konkrete Projekt- und Forschungsansätze vor, um diesen Strukturwandel kritisch zu beleuchten und konstruktiv zu unterstützen. Die Vorträge befassen sich unter anderem mit transformativer Forschung als Instrument zur Unterstützung einer klimaneutralen Wertschöpfung, der Rolle neuer Wirtschaftsformen für kleine und mittlere Unternehmen, den Herausforderungen beim Übergang zu einer nicht-fossilen Kohlenstoffwirtschaft oder auch mit sektorübergreifenden Kooperationen von Unternehmen im Bereich der Kreislaufwirtschaft. 

Als gemeinsamer Rahmen dient das Projekt IN4climate.RR des Wuppertal Instituts und von NRW.Energy4Climate, das seit 2021 die Transformation der Industrie im Rheinischen Revier zur Klimaneutralität strategisch flankiert und unterstützt.

Die Reihe richtet sich an alle Interessierten. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Studierende der BUW können sich die Vorlesung anrechnen lassen (s.u.). Die Vorlesungen beginnen jeweils dienstags um 18 Uhr.

Die Auftaktveranstaltung findet in Präsenz statt. Um die Vorbereitung der Räumlichkeiten zu erleichtern, bitten wir unter um eine unverbindliche Anmeldung. Die Teilnahme ist selbstverständlich auch ohne Registrierung möglich – Kurzentschlossene sind jederzeit willkommen. 

Alle weiteren Termine der Reihe werden rein digital via Zoom unter diesem Link angeboten.

Terminübersicht:

  • 3. November 2026, 18 Uhr (Präsenzveranstaltung: BBD.04.54)
    „Industrie im Wandel: Transformative Ansätze für eine nachhaltige Zukunft im Rheinischen Revier“ mit Christoph Zeiss (Wuppertal Institut) und Elisa Kügler (NRW.Energy4Climate)
  • 17. November 2026, 18 Uhr
    „Zukunftsfähig wirtschaften: Unternehmen auf dem Weg zu mehr Resilienz und Gemeinwohl“ mit Lisa Kolde (Wuppertal Institut) und Kristin Krebs (Bergische Universität Wuppertal)
  • 1. Dezember 2026, 18 Uhr
    „Die Zukunft des Kohlenstoffs: Wege zu einer nachhaltigen Kohlenstoffwirtschaft und die Rolle von CDR“ mit Christoph Zeiss (Wuppertal Institut) und Maximilian Witting (Ludwig-Maximilians-Universität München)
  • 15. Dezember 2026, 18 Uhr
    „Gemeinsam in die Zukunft: Regionale Kooperationen für die nachhaltige und zirkuläre Transformation“ mit Dr.-Ing. Jan Bitter-Krahe (Wuppertal Institut)
  • 12. Januar 2027, 18 Uhr
    „Energieinfrastrukturen für morgen: regionale Transformation zwischen Visionen, Bedarfen und Akzeptanz“ mit Maximilan Blum (Wuppertal Institut) und Jörg Radtke (TH Ingolstadt)
  • 26. Januar 2027, 18 Uhr
    „Nachhaltige Lieferketten und kritische Rohstoffe - regionale Nachhaltigkeit im Spannungsfeld von Ausbeutung, Verantwortung und internationaler Politik" (tbc) mit Alexander Scholz (Wuppertal Institut) und Armin Paasch (Misereor)

 

Hinweis für Studierende der BUW

Studierende, die das Modul „BIL305 Erziehung und Bildung“ im Lehramt sowie das Modul „OPB307 Transformation und Nachhaltigkeit” im kombinatorischen Bachelor belegt haben, können sich die Ringvorlesung anrechnen lassen. Bei Fragen zur Anrechnung können sich Studierende per E-Mail an transzent[at]uni-wuppertal.de wenden.

Nachhaltig demokratisch: Tagung fragt nach nachhaltigen Zukunftsmodellen

Im Zentrum der Tagung steht die Frage, wie demokratische Lebensformen unter Bedingungen multipler Krisen – insbesondere der Klimakrise und zunehmender autoritärer Politiken – nachhaltig gesichert und weiterentwickelt werden können. Dabei versteht die Tagung Nachhaltigkeit in einem doppelten Sinn: als ökologische und als demokratische Nachhaltigkeit, die in einem spannungsreichen Wechselverhältnis stehen.

Zwischen Klimakrise und politischem Druck

Ausgangspunkt der Diskussion ist der Umstand, dass demokratische Ordnungen derzeit sowohl von außen durch autoritäre und fossil-industrielle Allianzen unter Druck geraten, als auch durch innere Spannungen herausgefordert werden. Dazu zählen etwa die Diskrepanz zwischen klimapolitischer Dringlichkeit und demokratischen Entscheidungsprozessen, globale Ungleichheiten, Desinformation sowie soziale Verteilungskonflikte im Zuge der Transformation.

Die Teilnehmenden setzen nicht auf rein technische oder einfache Patentlösungen. Stattdessen bringen sie wissenschaftliche Überlegungen zur Demokratie mit konkreten Erfahrungen aus der Praxis zusammen. Im Mittelpunkt steht die Ausgestaltung einer nachhaltigen Demokratie – und wie sie im Alltag tatsächlich gelebt wird.

Erprobte Ansätze im Fokus

Diskutiert werden Beispiele wie Sorgende Städte, 15-Minuten-Städte, Postwachstum oder Gemeinwohlökonomie. Solche Ansätze werden vielerorts bereits ausprobiert. Die Tagung macht diese Erfahrungen sichtbar, hinterfragt sie kritisch und untersucht, was sie für die Weiterentwicklung der Demokratie bedeuten.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Arbeitsbereich Praktische Philosophie der Bergischen Universität Wuppertal, dem Centre for Global Cooperation Research an der Universität Duisburg-Essen, dem Arbeitsbereich Umweltsoziologie der TU Dortmund, dem Wuppertal Institut und dem Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (transzent). Sie bildet den Auftakt für eine zirkulierende Veranstaltungsreihe, die die Transformations- und Demokratieforschung in NRW weiter vernetzen und öffentlich sichtbar machen soll.

Wann und wo?

Die Tagung findet am 20. Mai von 13.30 bis 18.15 Uhr in der Aula des Wuppertal Instituts (Döppersberg 19, 42103 Wuppertal) statt. Der Abendvortrag „Nach der Nachhaltigkeit: Demokratische Alternativen zu Autoritarismus und Greenlash“ wird von 19.00 bis 20.30 Uhr in Utopiastadt (Mirker Str. 48, 42105 Wuppertal) veranstaltet.

Weitere Informationen auch zur Anmeldung erhalten Sie hier.

22. Januar 2026, 18 Uhr CityKirche Elberfeld

Nach einem erfolgreichen Auftakt der Veranstaltungsreihe "Demokratie unter Druck" im April 2025 geht es zum Jahresbeginn in die nächste Runde: Am 22. Januar 2026 um 18 Uhr laden das Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (transzent) der Bergischen Universität Wuppertal und das Wuppertal Institut erneut in die CityKirche Elberfeld ein. Dieses Mal steht die Veranstaltung unter dem Titel "Rechte Narrative – die Rolle der Medien im Klimadiskurs".

In den vergangenen Jahren haben sich rechte Narrative zunehmend in den öffentlichen Diskurs über Klima und Transformation eingeschlichen. Begriffe wie "Ökodiktatur" oder "grüne Eliten" werden gezielt genutzt, um wissenschaftlich fundierte Klimaschutzmaßnahmen als Bedrohung persönlicher Freiheit zu framen. Eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Verbreitung dieser Erzählungen spielen Medien – insbesondere soziale Plattformen, auf denen Akteur*innen aus dem rechten Spektrum ihre Botschaften wirkungsvoll platzieren und verstärken können. Die Veranstaltung geht der Frage nach, wie solche Narrative entstehen, wer sie verbreitet und wie sie die öffentliche Wahrnehmung des Klimawandels beeinflussen.

Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Birgitta Wolff, Rektorin der Bergischen Universität Wuppertal, und einem inhaltlichen Einstieg von Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts, folgen drei Impulsvorträge:

  • Dr. Hauke Dannemann von der Goethe-Universität Frankfurt spricht über die Entstehung rechter Narrative, über völkisch geprägte Deutungsmuster in der Umwelt- und Klimapolitik und setzt sich damit auseinander, wie autoritäre Akteur*innen demokratische Leitbilder unterwandern.
  • Florian Teller von der Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN) geht der Frage nach, welche Beweggründe extrem rechte Akteur*innen haben, sich im Natur- und Umweltschutz zu engagieren.
  • Louisa Pröschel von der Universität Hamburg hält einen Impulsvortrag zum Thema "Transformation oder Kulturkampf? Debatten über Klimaprotest und Klimapolitik in den (sozialen) Medien".

Im Anschluss diskutieren die Referierenden gemeinsam darüber, welche Bedeutung rechte Narrative und mediale Dynamiken für die demokratische Aushandlung einer wirksamen Klima- und Transformationspolitik haben. Die Podiumsdiskussion wird – wie beim Auftakt – von Jun.-Prof. Dr. Karoline Augenstein vom Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (transzent) moderiert.

Die Teilnahme ist kostenfrei, die Plätze sind jedoch begrenzt. Daher bitten wir um eine verbindliche Anmeldung über den nachfolgenden Link.

Anmeldung zu "Demokratie unter Druck Vol. 2"

Aufzeichnung des Auftakts: Demokratie unter Druck – Wie beeinflusst der aktuelle Populismus die Klimapolitik?